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Titel Hrsg.; Autor/-innen Jahr
Glücksspiel im Gehirn. Neurobiologische Grundlagen pathologischen Glücksspielens Mörsen, C. P. et al. 2011
Bezug über Format
In: Sucht - Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis 2011, 57 (4), 259-273 Fachartikel
Zusammenfassung

Pathologisches Glücksspielen (PG) wird in den internationalen Klassifikationssystemen bislang als Impulskontrollstörung klassifiziert. Erst in jüngster Zeit wird aufgrund der Ähnlichkeiten in Phänomenologie, Ätiologie, Verlauf sowie genetischen und neurobiologischen Faktoren mit der Substanzabhängigkeit eine Einordnung des PGs als Verhaltenssucht diskutiert. Insbesondere neurobiologische und neuropsychologische Befunde haben zu dieser veränderten Sichtweise beigetragen. Methode: Im vorliegenden Beitrag werden Befunde zu neurobiologischen Grundlagen PGs vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf neurokognitiven Prozessen wie Belohnungs- und Bestrafungsverarbeitung, Cue-Reaktivität, Impulsivität und Entscheidungsfindung. Die Befunde werden im Hinblick auf Ähnlichkeiten und Unterschiede PGs zur Substanzabhängigkeit diskutiert. Ergebnisse: Ähnlich wie bei der Substanzabhängigkeit zeigt sich auch bei pathologischen Spielern Veränderungen mesolimbischer-präfrontaler Netzwerke, die sich in einer verminderten Belohnungs- und Bestrafungssensitivität, Impulshemmung und einer erhöhten Cue-Reaktivität auf glücksspielassoziierte Reize äußern können. Jedoch sind die Befunde teilweise nicht eindeutig und eine Vielzahl der Studien unterliegt methodischen Einschränkungen. Schlussfolgerungen: Bisherige Befunde stützen die Einordnung pathologischen Spielverhaltens als Verhaltenssucht.

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http://econtent.hogrefe.com/doi/abs/10.1024/0939-5911.a000121