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Titel Hrsg.; Autor/-innen Jahr
Vergleichende Psychopathologie von stationär Behandelten Petry, J. 2001
Bezug über Format
http://econtent.hogrefe.com/doi/abs/10.1026/0084-5345.30.2.123 Fachartikel
Zusammenfassung

Theoretischer Hintergrund: Nach einem psychopathologischen Vulnerabilitätsmodell sollten Pathologische Glücksspieler eine schwere Selbstwertproblematik, eine Tendenz zu selbst- und fremdtäuschenden Abwehrmechanismen und eine verminderte Impulskontrolle aufweisen. Fragestellung: Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede bestehen zwischen Untergruppen von Pathologischen Glücksspielern, Alkoholabhängigen und psychosomatisch Erkrankten. Methode: Zur Überprüfung dieser Annahmen wurde eine Stichprobe von 48 Pathologischen Glücksspielern mit 48 Alkoholikern und 48 psychosomatischen Patienten, die hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildungsstand und Erwerbsstatus parallelisiert wurden, verglichen. Ergebnisse: Dabei zeigte sich, daß die Pathologischen Glücksspieler sowohl ein zentrales Merkmal der psychosomatisch Erkrankten (Depressivität) als auch ein wesentliches Merkmal der Alkoholkranken (verminderte Impulskontrolle) aufweisen. Typologisch lassen sich die Pathologischen Glücksspieler in einen narzißtisch-persönlichkeitsgestörten Typ und einen depressiv-neurotischen Typ unterteilen. Dabei ähnelt der narzißtisch-gestörte Typ einer Untergruppe von Alkoholikern mit selbstunsicherer Persönlichkeitsstörung und der neurotisch-depressive Typ einer Untergruppe depressiv-psychosomatischer Patienten. Schlußfolgerung: Bezogen auf den mehrheitlichen narzißtischen Typ konnte das Vulnerabilitätskonzept bestätigt werden. Pathologisches Glücksspielen scheint eine schwere und eigenständige Erkrankung zu sein.