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Titel Hrsg.; Autor/-innen Jahr
Das Gefährdungs- und Abhängigkeitspotenzial von Lotterien. Erkenntnisstand in Deutschland Kalke, J. et al. 2006
Bezug über Format
In: Zeitschrift Suchtmedizin 2006, 8 (4), 183-188 Fachartikel
Zusammenfassung

Hintergrund: In Deutschland gibt es seit ein paar Monaten ? im Zuge eines Urteils des Bundesverfassungsgerichtes ? eine breite, teils kontroverse Diskussion über das Gefährdungspotenzial von verschiedenen Glücksspielformen.

Methodik: Es handelt sich um eine Literaturübersicht, die einen Schwerpunkt auf vorhandene Untersuchungen aus Deutschland legt, weil eine Übertragbarkeit internationaler Befunde für den Bereich Lotterien nur eingeschränkt möglich ist. Insgesamt konnten 7 Studien aus Deutschland gefunden werden, die speziellere Erkenntnisse zum Gefährdungs- und Abhängigkeitspotenzial von Lotterien enthalten.

Ergebnisse: Die bisherigen Untersuchungen zeigen einerseits, dass Lotterien im Vergleich zu anderen Glücksspielformen ein vergleichsweise niedriges Gefährdungspotenzial besitzen, andererseits jedoch bei einer kleinen Gruppe von Lottospielern ein problematisches Spielverhalten entstehen kann. Grobe Schätzungen bewegen sich hier in einer Bandbreite zwischen 9000 und 50 000 problematischen Lottospielern in Deutschland. Schlussfolgerungen: Solange zu der Glücksspielform Zahlenlotto keine weiteren Erkenntnisse vorliegen, sollte im Sinne einer vorsichtigen Risikoabwägung der bisherige Kenntnisstand als Ausgangspunkt für suchtpräventive Überlegungen genommen werden. Aus diesem kann die Notwendigkeit primärpräventiver Anstrengungen und ein strikter Jugendschutz abgeleitet werden.