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Titel Hrsg.; Autor/-innen Jahr
Indizierte Prävention im Glücksspielbereich. Wissenschaftlicher Kenntnisstand und zukünftige Herausforderungen Kalke, J. et al. 2012
Bezug über Format
In: Sucht - Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis 2012,58 (6), 359-368 Fachartikel
Zusammenfassung

Maßnahmen der indizierten Prävention spielen in der Glücksspielpolitik eine wichtige Rolle. Sie richten sich gezielt an gefährdete Spieler, um das Abgleiten in pathologische Verhaltensmuster zu verhindern. Mit der vorliegenden Arbeit ist das Ziel verbunden, eine Übersicht zu Maßnahmen der indizierten Glücksspielsucht-Prävention und deren Effekte zu geben. Methodik: In diesem Review werden Ergebnisse von Evaluationsstudien zusammengetragen, deren Befunde zwischen 1999 und 2012 in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Es ließen sich im Zuge der Literaturrecherche zu den folgenden Maßnahmen Studien ausfindig machen: Telefonische und internetgestützte Beratungsangebote, Früherkennung und Frühintervention durch das Aufsichts- bzw. Verkaufspersonal, Selbstsperren, Trainingsprogramme für Spieler, Selbsthilfe-Materialien, Limits bei Glücksspielangeboten im Internet und Rauchverbote. Ergebnisse: Evaluationsstudien zu niedrigschwelligen Beratungsangeboten (telefonisch oder internetgestützt) zeigen, dass dadurch die Betroffenen das eigene Spielverhalten reflektieren und es zu einer positiven Veränderung ihrer persönlichen Situation kommen kann. Auch bei den Selbstsperren im Kasinobereich ergeben sich positive Effekte: Ein Teil der betroffenen (Problem?)Spieler stellt die Spielaktivität ein und kann seine allgemeine Lebensqualität verbessern. Zudem ist es offensichtlich möglich, mit Einzahlungs- und Verlustlimits (selbst gesetzt oder vom Anbieter vorgegeben) schädliche Auswirkungen des Online-Glücksspiels zu minimieren. Auch bei den anderen Maßnahmen zeigen sich erste empirische Hinweise auf deren positive Wirkung. Fazit: Die empirischen Erkenntnisse sollten bei der fachöffentlichen Diskussion und der Formulierung einer evidenzbasierten Präventionspolitik im Glücksspielbereich beachtet werden. Gleichzeitig ist jedoch darauf zu verweisen, dass Langzeitstudien erforderlich wären, um gesicherte Aussagen zu den Auswirkungen auf das langfristige Spielverhalten

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http://econtent.hogrefe.com/doi/abs/10.1024/0939-5911.a000213